Wilde Katzen an der Angel

Montessori Schülerinnen und Schüler im Wildgatter

Zu einem Besuch im Hildesheimer Wildgatter waren jetzt die Schülerinnen und Schüler unserer Schule unterwegs. Höhepunkt des Besuchs war die spektakuläre Fütterung der Wildkatzen. Aber auch vieles andere faszinierte.

Begleitet durch ihre Lehrerinnen Ellen Zeiss und Sonja Kneer ging es gemeinsam aus dem Norden Hildesheims mit dem Bus in den südlichen Teil der Stadt. Im Wildgatter erwartete Herr Krupp, ehemaliger Lehrer der Michelsenschule, unsere Kinder. Von Anfang an begeisterte er für die Tiere, die im Wildgatter sehen und zu beobachten sind. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte dieser ehemaligen Auffangstation für kranke Wildtiere ging es dann zuerst einmal zu den Ziegen. Die warteten schon auf die Fütterung durch die „Montessoris“. Es ist schon etwas spezieller, wenn eine raue Ziegenzunge über Hand leckt um an den dargebotenen Hafer zu kommen. Schnell wurde das Zutrauen auf beiden Seiten größer und die Berührung durch die Ziegenzungen wurde zu einem prickelnden Erlebnis.

Von den Ziegen ging es zu den Damhirschen, dann weiter zum großen Außengehege. Hier tummeln sich Puten, Hühner und Wildschafe (Mufflons). Die Tiere, so Herr Krupp, würden sich untereinander gut kennen. Deshalb sei es schwierig, fremde Hühner in diese feste Gruppe neu einzusetzen. Die existierende Rangordnung mache dies immer wieder schwierig.

Ein kleines weiteres Highlight kam gleich danach: Besonders interessant fanden die Kinder die Frettchen, die, weil ihr Käfig gerade umgebaut wurde, in großer Aktivität zu beobachten waren. Frettchen sind von Menschen gezüchtete Iltisse, die eigentlich für die Kaninchenjagd verwendet werden. Aufgrund ihrer Zutraulichkeit werden sie aber auch als Haustiere gehalten. Diese possierlichen Marder eroberten sich schnell das Herz der Schülerinnen und Schülern. Allerdings ist Vorsicht geboten! Man sollte niemals einen Finger durch das Gitter stecken – Frettchen können beißen und sind dabei blitzschnell!

Im Käfig gegenüber machte sich Jakob durch lautstarkes Rufen bemerkbar. Jakob ist der Kolkrabe, der schon seit vielen Jahren im Wildgatter lebt, nachdem er sich in der Natur den Flügel gebrochen hatte. Wenn man ihm gut zuredet, spricht er auch. Eigentlich… – dieses Mal hatte er wohl keine Lust. Auch als die Montessorikinder im Chor „Jakob, Jakob“ riefen, konnte ihn das nicht motivieren.

Dann ging es weiter zum Gehege der Wildkatzen. Zwei Exemplare bewohnen das neue Gehege. Auch hier hatten die Kinder Glück. Beide Katzen, zwei echte Raubtiere unserer Wälder, waren munter und aktiv. Offensichtlich wussten sie schon, dass sie jetzt gefüttert werden. Herr Krupp hatte dazu eine Angel mitgebracht, mit der er an einem langen Band etwas Futter über den hohen Zaun hielt. Spektakulär sprangen die Tiere in die Höhe und holten sich das Futter. Ein großes Ereignis für unsere Kinder. Auch wenn die Wildkatzen sehr zutraulich wirken, es sind Raubtiere, die perfekt an die Mäuse- und Vogeljagd angepasst sind. Mit ihnen ist nicht zu spaßen, obwohl sie genauso aussehen wie unsere Hauskatzen.

Vorbei an den Wildschweinen ging es dann zum Abschluss der Führung und Exkursion. Zwischendurch informierte Herr Krupp über viele weitere interessante Dinge aus dem Leben unserer heimischen Wildtiere. Gehörne, Geweihe, Flügel und Federn waren Themen.  Das Interesse der Kinder war die gesamte Zeit über ungebrochen.

Die Kinder und Erwachsenen bedankten sich bei Herrn Krupp für die informative und spannende Führung durch das Wildgatter und versprachen bald wieder zu kommen. Die Idee, eine Patenschaft für ein Tier zu übernehmen, stieß auf große Zustimmung. Auch nahmen sich die Kinder vor, für ihre gleichaltrigen Schulkameraden in Tansania Bilder von unseren heimischen Wildtieren zu zeichnen und diese nach Afrika zu schicken.